#SMRC im Rückblick: Was könnten Bewerber eigentlich von einer Veranstaltung für Unternehmensvertreter lernen?

Yvonne Neubauer, 20.10.2011, 3 Kommentare

Natürlich wird auf Konferenzen wie der Social Media Recruiting Conference (SMRC) für Unternehmensvertreter erwartungsgemäß gebloggt und mächtig viel getwittert. (Berufs-)Ehrensache, sozusagen. Eine protokollartige Zusammenfassung ist zum Beispiel von den Gastgebern der Veranstaltung, atenta, auf ihrem Corporate-Blog Wollmilchsau als Liveblog zu finden. Vielleicht ist es sogar im Sinne eines Aufrufs von atenta an Personalentscheider, sich mit der Zielgruppe endlich intensiver auseinanderzusetzen – jedenfalls folgt hier eine Zusammenfassung der SMRC mit relevanten Themen für Bewerber, wenn sie Mäuschen auf einer Personaler-Konferenz spielen würden.

Denn: Wenn Personalverantwortliche eine Konferenz wie die SMRC besuchen, wollen sie wissen, wie sie neue Mitarbeiter gewinnen oder ihr Arbeitgeberimage aufbauen und stärken können. Was könnten Bewerber eigentlich aus einer Konferenz wie der SMRC für Nutzen ziehen? Wie finden die Königskinder nun endlich zueinander?

Die Suche nach Arbeitgebern in Social Media: Perlen finden

Kritik aus den eigenen Reihen auf der SMRC. Sprecher wie Henner Kanbenreich und Jörn-Hendrik Ast kritisieren das unstrategische und unleidenschaftliche Vorgehensweise vieler Firmen, die das Internet zur Bewerberkommunikation nutzen. Die Unternehmen, die auf Facebook, in Blogs – zukünftig auch auf google+ – oder auf Twitter gut als mögliche Arbeitgeber auffindbar sind und tatsächlich auch zielgruppengerecht Auskunft über sich und Stellen geben, sind also noch Perlen. Trotzdem lohnt sich das Abtauchen in Social Media zur Arbeitgebersuche, wie die Best-Practise-Beispiele auf der SMRC ahnen lassen.

Warum es sich lohnen kann, Fan einer Unternehmenspage auf Facebook zu werden

Immer mehr Unternehmen posten online nicht mehr nur stumpf Stellenanzeigen, sondern zeigen Gesicht als Arbeitgeber.

Ob Kirsten Lietz vom Personaldienstleister Arbeit und Mehr  oder Christine Oertel von  in-tech, einem  Zulieferer von Automobilelektronik – beide Referentinnen erwähnen, warum Facebook-Pages ein gutes Mittel für Bewerber  sein können, um sich ein Bild von einem potentiellen Arbeitgeber zu machen: Hier finden sich beispielsweise Fotos, die nicht den Standardkriterien zur Veröffentlichung auf der Karriereseite eines Unternehmens entsprechen, aber viel vom Arbeitsalltag erzählen.

Schnappschüsse, Fotos von Firmenevents oder Statusmeldungen während Fortbildungen finden ihren Platz auf Facebook – und können unter Umständen Bewerbern dadurch noch einen differenzierteren Einblick als Karriereseiten geben.

#Auf Facebook-Pages finden sich häufig Informationen oder auskunftsfreudige Schnappschüsse, die auf der Karriereseite keinen Platz gehabt hätten.

Du oder Sie?

Einige Unternehmen befürchten, dass Sie durch ihre Facebook-Präsenz zu salopp von Kandidaten angesprochen werden, wie Kirsten Lietz in ihrem Vortrag verrät. In einer kleinen Befragung der Personaler in der Kaffeepause auf der SMRC sagen die Gesprächspartner allerdings, dass sie damit noch nie negative Erfahrungen im Umgang mit Bewerbern, die Sie durch Social Media kennengelernt haben, gemacht haben.

Während in der StartUp-Szene sich in der Regel geduzt wird, liegt man bei konservativeren Unternehmen mit einem „Sie“ beim Bewerbungsgespräch nicht verkehrt – auch wenn in den Social Media geduzt wurde. Am besten den alten Trick anwenden und im Bewerbungsgespäch die direkte Anrede vermeiden (“Schön, dass heute ein persönliches Kennenlernen zustande kommt!”) und somit den Personalverantwortlichen überlassen, ob heute ein Tag zum Duzen oder Siezen ist…

#Bei konservativen Unternehmen sind Bewerber gut beraten, trotz Erstkontaktaufnahme über Social-Media zum Sie im Bewerbungsgespräch überzugehen.

Reaktionsgeschwindigkeit in den Social Media:  Wie schnell bekommst du eine Antwort?

Am besten einfach mal mit einer Fachfrage testen, denn die Reaktionsgeschwindigkeit kann Aufschluss über die interne Kommunikation im Unternehmen geben. Und vom Selbstverständnis der Bewerberkommunikation. Welche Priorität hat diese? Postet das Unternehmen eine Antwort nach spätestens vier Stunden, wenigstens noch am selben Tag oder erst tagelang später? Wird die Frage unter Umständen an eine Fachabteilung weitergeleitet?

Auch das ist auf der SMRC deutlich geworden: Unternehmensvertreter, die mit der Bewerber-Community betreut sind,  sind manchmal an Abstimmungsschleifen gebunden oder üben diese Aufgabe noch zusätzlich zu ihrer eigentlichen Arbeit aus.

Wenn Bewerber Fachfragen zum Beispiel auf Facebook stellen, empfinden die meisten Unternehmesvertreter das als die Früchte ihrer Arbeit.

#Dauerhaft betreute Facebook-Seiten von Unternehmen zeugen von Engagement auf Unternehmensseite. 

Nach Blogs suchen

Auf der SMRC stellten Sonja Königsberg und Kathrein Malchau von OTTO den unternehmenseigenen Azubi-Blog vor, auf dem die Auszubildenden von einzelnen Stationen ihrer Ausbildung berichten und Einblicke in ihre Ausbildung geben. Noch nicht viele Unternehmen bieten die Möglichkeit, sich über ein solches Blog  mit dem zukünftigen Arbeitgeber vertraut zu machen.

Leider sind derartige Blogs über Suchmaschinen noch nicht leicht zu finden und besonders schwierig zu entdecken, wenn man kein konkretes Unternehmen im Kopf hat. Hat man aber eine interessante Stellenausschreibung für eine Ausbildung entdeckt und ist das Unternehmen so schlau, darin auf den Blog hinzuweisen, so gilt es diesen genau unter die Lupe zu nehmen. Unternehmen, die ein Azubi-Blog führen, bieten die Chance, sich intensiv im Vorfeld mit dem potentiellen Arbeitgebern zu beschäftigen und Einzelheiten über die Ausbildung zu erfahren.

#Falls ein Unternehmen ein Blog führt, gilt es dieses genau unter die Lupe zu nehmen.

SEO: Hoffnungsschimmer für Jobsuchende

Auf der SMRC haben die Personaler in einem Workshop Nachhilfe bekommen in Sachen Suchmaschinenoptimierung. Damit haben die Veranstalter der SMRC auch Bewerbern einen großen Gefallen getan, denn es besteht die Hoffnung, dass das passende Unternehmen mit der passenden Stelle leichter von Jobsuchenden auch aufgefunden werden kann. Aber auch für Bewerber selbst wäre dieser SEO-Workshop (mal abgesehen von seinem Unterhaltungswert) von großem Nutzen gewesen.

Denn der Arbeitgebermarkt wandelt sich zu einem Arbeitnehmermarkt. Durch ein sauber gepflegtes Online-Profil können Bewerber von Personalverantwortlichen leichter gefunden werden, daher ist für beide Seiten die Auseinandersetzung mit Suchmaschinenoptimierung sehr empfehlenswert!

Foto:gracey

Über die Autorin Yvonne Neubauer:

Yvonne Neubauer arbeitet als freie Texterin und Redakteurin in Hamburg. Sie hat Startupcareer als Blog aufgebaut, der damals noch unter dem Namen HRinside lief. Nach der Übernahme von HRinside durch i-potentials Anfang April 2011 bloggt Yvonne Neubauer weiter auf Startupcareer. Ihre Lieblingsthemen: Köpfe der Internetszene, Social Media und HR-Trends.

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