Hilfe, Videointerview – Wie Bewerber sich gekonnt ins Bild setzen

Gastautor Falko Brenner, 13.09.2011, 1 Kommentar

Videointerview – was nun? Du hast dich auf eine attraktive Stelle beworben. Eines Morgens findest du in deinem Emailpostfach die Einladung zu einem zeitversetzten Videointerview. Deine Unterlagen haben also überzeugt. Das Videointerview ist der nächste Schritt zu deinem Traumjob – jetzt gilt es sich vorzubereiten und zu überzeugen. Was gibt es dabei zu beachten?

Was ist ein zeitversetztes bzw. asynchrones Videointerview, und warum wird es eingesetzt?

Asynchron bedeutet, dass dir während des Interviews kein Gesprächspartner live gegenübersitzt, sondern dass das Interview per Webcam über deinen Browser  aufgezeichnet wird. Die Fragen werden dir dazu auf dem Bildschirm präsentiert. Die Aufzeichnung wird anschließend zeitversetzt von den Personalverantwortlichen des Unternehmens angesehen und ausgewertet. Das asynchrone Videointerview ist eine Methode zur Personalvorauswahl, die  Unternehmen nutzen, um von möglichst vielen interessanten Bewerbern einen persönlichen Eindruck zu bekommen und entscheiden zu können, welche Kandidaten zu einem persönlichen Einstellungsgespräch eingeladen werden sollen – und das ergänzend zu den Bewerbungsunterlagen. Hier habt ihr also die Möglichkeit, persönlich noch mal zu punkten. Mit zeitversetzten Videointerviews können Entscheidungen sehr schnell getroffen werden – das heißt auch für dich, dass du innerhalb kürzester Zeit eine Rückmeldung darüber erhältst, ob es für dich weitergeht. Das zeitversetzte Videointerview wird nicht das klassische Einstellungsgespräch oder Kennen lernen ersetzen. Es soll eine zusätzliche, einfache Möglichkeit sein, sich persönlich zu präsentieren.

Vorbereitung, Umgebung, Licht und Dress Code

Im Vorfeld: Das Videointerview erfüllt den Zweck, Unternehmen einen persönlicheren Eindruck der Bewerber zu vermitteln als es die Bewerbungsunterlagen alleine könnten. Du solltest das Videointerview genauso ernst nehmen, wie ein persönliches Interview. Dies beinhaltet auch eine Vorbereitung, etwa sich nochmal über das Unternehmen zu informieren oder deinen Lebenslauf kompakt in drei bis fünf Minuten präsentieren zu können. Zudem solltest du im Vorfeld auf alle Fälle deine Technik checken. – die viasto interview suite hilft dir dabei und leitet dich in einfachen Schritten durch diesen Vorgang. Ist die Internetverbindung stabil, funktioniert deine Soundkarte und dein eingebautes Mikrofon? Du arbeitest mit der viasto interview suite ganz einfach über deinen Browser und kannst beliebig viele Testvideos aufnehmen. Ganz entscheidend für die Aufnahmequalität ist die Bandbreite deiner Internetverbindung. Falls du mit der Aufnahmequalität der Testvideos nicht zufrieden sein solltest, liegt dies entweder an der Bandbreite deiner Internetverbindung oder einer nicht ausreichend beleuchteten Räumlichkeit. Wende dich einfach an den Support, wenn du Fragen hast. Nimm Dir ein bisschen Zeit dafür, dich mit allem vertraut zu machen, dann kann nichts schief gehen.

Umgebung: Du solltest dir eine ruhige, helle und neutrale Umgebung suchen, in der du das Videointerview ungestört durchführen kannst. Dies heißt nichts anderes, als eventuellen Mitbewohnern zu sagen, dass du nicht gestört werden willst oder zu vermeiden, dass dein Handy während des Interviews klingelt. Als Hintergrund bietet sich eine neutrale Wand an. Das Poster von Michael Jordan kommt vielleicht gut an, wenn du dich bei einem Hersteller für Sportartikel bewirbst. Für eine Controlling Position in einer Bank ist das vermutlich weniger der Fall. Am besten ist daher, du entscheidest dich für einen neutralen, hellen Hintergrund oder ein gefülltes Bücherregal.

Licht: In jedem Fall ist es für die Videoqualität wichtig, dass du in einem hellen Raum sitzt. Am besten ist Tageslicht. Wenn du eine künstliche Lichtquelle, wie eine Schreibtischlampe, hinter dem Rechner postierst, kann es zu Spiegelungen und Schattenbildungen kommen. Daher ist natürliches, indirektes Licht optimal. Hierzu reicht in der Regel ein helles Büro oder Zimmer.

Dress Code: Der Dress Code unterscheidet sich nicht vom konventionellen Interview und ist vom jeweiligen Unternehmen und der jeweiligen Stelle abhängig. In aller Regel ist hierfür schon aufschlussreich, wie sich das Unternehmen auf der Firmenhomepage präsentiert, ob eher Business Casual oder Legere angesagt ist.

Sprache, Körperhaltung, Blickrichtung und nonverbale Signale

In Internet und Ratgeberliteratur wimmelt es nur so von mehr oder weniger seriösen Tipps zu „Körpersprache und nonverbalen Signalen“. Allgemein gilt, dass Körpersprache und Gestik weit weniger aussagekräftig sind, als oft suggeriert wird. Dennoch gilt: Weniger ist oft Mehr!

Sprache: Du solltest darauf achten, deutlich, in einem angemessenen Tempo und nicht zu leise zu sprechen. Nutze dafür in jedem Fall die Möglichkeit Testaufnahmen zu machen, um eine gewisse Routine zu gewinnen und das Mikrofon auf die richtige Lautstärke einzustellen.

Körperhaltung: Achte auf eine aufrechte bequeme Körperhaltung. Dies erleichtert das Sprechen. Ein Chefsessel mit bequemer Rückenlehne mag zwar für lange Stunden vorm Rechner komfortable sein, birgt aber beim Videointerview die Gefahr durch Wippen und Drehbewegungen nervös zu wirken.

Gestik: Der Spielraum für auslandende Gestik ist durch den eingeschränkten Fokus der Webcam begrenzt. Daher solltest du die Hände lieber dazu benutzen, eine angenehme aber aufrechte Körperhaltung einzunehmen, indem du beispielsweise deine Unterarme auf dem Schreibtisch platzierst.

Blickwinkel: Immer schön in die Kamera schauen! Blicke in die Kamera und nicht auf den Bildschirm, auch wenn das nicht intuitiv erscheint und komisch wirkt. Als kleine Hilfe kann ein hinter die Webcam geklemmtes Foto eines fiktiven Interviewpartners helfen.

Nervosität: Auch wenn die Situation wahrscheinlich etwas ungewohnt sein wird, so solltest du versuchen dich zu entspannen. Meist geschieht das im Verlaufe des Interviews ganz automatisch. Ein bisschen Aufregung ist im Übrigen völlig normal und für deine Leistungsfähigkeit sogar wichtig. Im Videointerview hast du schließlich die Möglichkeiten dich erfolgreich vor deinem potenziellen zukünftigen Arbeitgeber zu präsentieren. Nutze deine Chance!

Noch nicht genug von Falkos Tipps? Mehr gibt’s in seinem Eintrag #Crashkurs Einstellungsinterview.

Über den Autor Falko Brenner:

Falko Brenner (Cand. Dipl. Psych.) verantwortet bei viasto den Bereich Forschung und Entwicklung. Die Software-Lösung viasto interview suite ermöglicht eine strukturierte Bewerbervorauswahl mittels asynchroner Videotechnologie. Damit sollen sich Einsparpotenziale realisieren lassen, Terminierungsprobleme vermieden sowie verschiedene Entscheidungsträger in den Recruitingprozess einbezogen und die diagnostische Qualität der Auswahl gesteigert werden. Falko beschäftigt sich mit personaldiagnostischen Fragestellungen rund um das Thema Einstellungs- und Videointerview. Aktuell führt er in Kooperation mit der Freien Universität Berlin eine großangelegte Studie über die Bewerberakzeptanz asynchroner Videointerviews im Rahmen seiner Abschlussarbeit durch. Zu viasto stieß er Anfang des Jahres nach einem Auslandaufenthalt im Graduiertenprogramm der Duke University mit Fulbright Stipendiat.

Ein Kommentar

  • Ein Videointerview kann schnell mal peinlich enden – Danke für die guten Tipps, mit denen sich dieses Risiko sehr gut minimieren lässt. Vorausgesetzt, man bereitet auch sehr gut vor, was man sagen möchte.

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