Die Startup-Trüffeljägerin: „Innovation Analyst“ Simone Kiri im Interview

Alicia Metz, 30.04.2012, 1 Kommentar
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Simone Kiri ist „Innovation Analyst“ und ständig auf der Suche nach neuen Trends im E-Commerce, Digital Marketing, Social Media und Mobile. Durchaus ein ungewöhnlicher Job, auch wenn Simone zwischen den Startup-Metropolen San Francisco, New York und Berlin jede Menge zu tun hat. Im Interview hat sie uns erzählt,  wie ihr Arbeitsalltag als Innovation Analyst aussieht.

Simone, wenn man Dich trifft, dann bist Du eigentlich immer ‚on‘ und auf Achse. Wo steckst Du denn derzeit? Berlin, New York oder San Francisco?

Das ist ne gute Frage, die ich in letzter Zeit ziemlich oft gestellt bekomme. Derzeit kann ich sie aber ganz kurz und knapp beantworten: in Berlin! Ich habe Anfang des Jahres beschlossen, dass das Nomadenleben nach über einem Jahr aus dem Koffer leben erstmal ein Ende haben muss. Ich bin zu diesem Zeitpunkt alle sechs Wochen umgezogen. Das Gute daran ist, dass man seinen Besitz auf das Notwendigste minimiert, flexibel bleibt und viele Stadtviertel kennenlernt. Aber auf Dauer fühlte ich mich irgendwie heimatlos. Mir ist es schon passiert, dass ich morgens aufgewacht bin und nicht mehr wusste, in welcher Stadt ich bin oder im Taxi sitze und die falsche Adresse angegeben habe. Aber mein Job als Innovation Analyst verlangt eben, dass ich ständig am reisen bin und ehrlich gesagt beklage ich mich auch nicht, denn ich habe mir diesen Job ja schließlich selbst ausgesucht.

Wie sieht denn Dein Arbeitstag als Innovation Analyst aus?

Ich bin ständig auf der Suche nach neuen digitalen Trends im Startup-Bereich vor allem die Themen E-Commerce, Digital Marketing, Social Media und Mobile interessieren mich. Ähnlich wie ein Trüffeljäger habe ich über die Jahre einen guten Riecher entwickelt, d.h. ich suche nicht nur nach nach Innovationen, sondern analysiere und clustere sie auch exklusiv für meine Kunden aus den Bereichen Marketing und PR. Zusammen entwickeln wir daraus neue und innovative digitale Produkt- oder Vermarktungsideen. Das Schöne an meiner Arbeit ist, dass ich Startups gerade in der Anfangsphase, wenn Zeit und Budget knapp sind, unter die Arme greifen kann und sie mit interessanten etablierten Unternehmen oder den Medien vernetze – vorausgesetzt sie wollen das. Oftmals arbeite ich bereits im Stealth-Mode eng mit ihnen zusammen und begleite sie bis zum Launch. Meine Arbeit hat daher sehr viel mit Vertrauen zu tun. Mein Ziel ist es zwischen beiden Parteien eine Win-Win-Situation zu schaffen und Innovation in Unternehmen zu fördern und keine Copycat-Kultur. Das ist mir wichtig.

Bereust Du manchmal, dass Du dich für die Selbstständigkeit entschieden hast?

Ich beschäftige mich intensiv mit dem Thema Intrapreneurship, also mit der Frage wie man unternehmerisches Handeln in etablierten Unternehmen fördern kann. Hätte es damals zu meiner Festanstellungszeit bereits solche Programme gegeben, wäre ich vielleicht noch immer angestellt. Leider konnte mir niemand diesen kreativen, innovativen und unternehmerischen Freiraum bieten, so dass die Selbständigkeit der einzige konsequente Schritt war. Ich bereue die Entscheidung nach über drei Jahren nicht, aber ich frage mich schon öfters, ob das alles so richtig ist. Vor allem wenn die Work-Life-Balance bei einem großen Projekt so richtig aus dem Runder gerät. Wochend- und Nachtarbeit sind bei mir keine Seltenheit.

Wie verdienst Du dein Geld als Selbstständige?

Wenn ich mein Geschäftsmodell heute betrachte, dann hat sich das über die Jahre total verändert. Früher hatte ich hauptsächlich Retainer-Kunden, die mir monatlich eine bestimmte Summe gezahlt haben. Mittlerweile verdiene ich mein Geld durch Projekt- und Interimsmanagement.  Ich finde es viel spannender mich für ein bis zwei Projekten 100% zu entscheiden und dann im Durchschnitt ca. sechs Monate mit dem Team Vollgas zu geben. Daher ist es auch extrem wichtig, die richtigen Projekte sowie das Team vorab genau auszuwählen. Denn das Arbeitspensum und das Tempo sind ganz schön hoch. Danach bin ich jedes Mal ganz schön ausgepowert, aber ich habe wieder genug Geld in der Tasche, um mir eine Auszeit von ein paar Monaten zu gönnen. Dann reise ich durch die Welt und genieße mein Leben.

Und was sind Deine Pläne für die kommenden Monate?

Bis Oktober bin ich auf jeden Fall in Berlin und betreue tolle Projekte aus dem Bereich Entrepreneurship und Innovation. Danach werde ich meine Homebase von Berlin nach USA verlegen und für eine große Innovationsberatung arbeiten. Ich habe mich zu diesem Schritt entschieden, da ich noch näher an den digitalen Trends sein möchte. USA ist uns im Bereich Marketing und Mobile einfach ein paar Schritte voraus. Allerdings werde ich auch regelmäßig in Deutschland sein, denn meine Kunden sitzen hier und daher darf ich den heimischen Markt nicht aus den Augen verlieren. Sieht so aus, als ob das Reisen auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil meines Lebens bleibt. Das ist auch gut so, denn dann finde ich für Euch noch viele weitere spannende ‚Faces‘ auf der ganzen Welt.

Wir freuen uns drauf!

Über die Autorin Alicia Metz:

Alicia ist freie Autorin und schreibt schon lange für und im Internet. Schon während ihres Soziologie Studiums entdeckte sie ihre Lust am Digitalen und so war es nur logisch, dass sie nach ihrem Diplom immer mehr Fuß in der Online-Welt gefasst hat. Alicia schreibt drei eigene Blogs und verstärkt das Marketingteam von i-potentials beim Texten, in der Unternehmenskommunikation und bei Events.

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